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Beobachtung der institutionellen und sozialen Akzeptanz einer Begutachtungsmodalität angewendet auf den Verkehr :

ETUDE

Anlässlich der Messung der Sozialkosten von Flugzeuglärm in der Nähe des Flughafens Orly haben wir eine spezielle Gutachtungsmethode angewandt : die kontingente Bewertungsmethode

Die repräsentative Bevölkerung der betroffenen Gemeinschaft ist per Umfrage mit einem Austauschszenario konfrontiert worden. Nach dieser Umfrage wurden sie dazu aufgefordert, sich damit einverstanden zu erklären, für die Beseitigung der Belästigung durch den Flugzeuglärm zu bezahlen. Statistische Berechnungen haben es dann ermöglicht, den Geldwert zu schätzen, den die Stichprobe der Wiederherstellung der Qualität des Umfeldes in Bezug auf den Luftverkehr zu bezahlen bereit wäre und davon die Sozialkosten abzuziehen, die durch die Schädigung dieses Umfeldes entstehen. In der Verlängerung dieser methodologischen Anwendungen haben wir die Umrisse der Legitimierungsmechanismen der Begutachtungsprozesse in einem labilen Entscheidungskontext, wo die Komplexität als Objekt behandelt wird, genauer gekennzeichnet. Wir haben dabei eine der Orientierungen der wissenschaftlichen Forschung verfolgt, die eine allgemeingültige Feststellung beantwortet : die zunehmende Unangepasstheit der Verkehrspolitik an eine neue Logik im Aufbau der öffentlichen Aktion wird teilweise von der Legitimitätskrise hervorgerufen, die die klassischen Gutachtungsverfahren technisch-wirtschaftlicher Ausrichtung zurzeit durchmachen.

Année d'élaboration :

2015

Méthodologie

Um die Akzeptabilität der kontingenten Bewertungsmethode zu messen, wurden vorbereitende Interviews mit fünfzehn Akteuren auf dem Gebiet von Flugzeuglärm durchgeführt und zwei beschließende Prozesse (focus groups) mit einem Panel von Anwohnern des Flughafens Orly wurden eingerichtet. Diese Vorgehensweise, die dazu dient, die Legitimierungsmechanismen der Entscheidungen zu untersuchen, wurde entsprechend zwei Hauptperspektiven orientiert: Legitimierung der begriffsfähigen Substanz der territorialen Funktionsweise, die in den Umfrageergebnissen enthalten ist und verfahrensmäßige Legitimierung über die konsultative Funktion der Umfragevorrichtung.

Résultats

Die kontingente Bewertungsmethode stellt ein Potential der Übereinstimmung zwischen Bewertung und Entscheidung dar. Entsprechend verschiedener Denkrichtungen stimmen die meisten der interviewten Akteure und Anwohner darin überein, die Bedeutung eines wissenschaftlichen Verfahrens operationeller Daten (Intensität der Lärmbelastung, Sozialkosten, Kosten der Person die angibt belästigt zu werden…) zu unterstreichen, aber auch die Auslegung aus beratender Sicht der Funktionsweise des Gebietes, der Erfahrung der Umweltbelastung, individueller und kollektiver Repräsentationen der Haltung der Obrigkeit… Die zahlenmäßige Formalisierung bestimmter sozial-räumlicher Prozesse stellt scheinbar den ersten Vektor der Legitimierung eines Bewertungsinstruments dar, das an der Schnittstelle zwischen Verkehr und Umwelt eingesetzt wird. Diese Methode, auch wenn sie allgemein als viel versprechend angesehen wird, wirft dennoch zahlreiche Fragen auf und macht zusätzliche Untersuchungen notwendig. Die Darstellung der Problematisierung (Artikulierung der theoretischen und operativen Grundlagen mit den operationellen Zielen im Rahmen einer Handlungspragmatik) erscheint wie ein zweiter Vektor der Legitimierung der verwendeten Bewertungsinstrumente an dieser Schnittstelle. Dieses Verfahren zeigt demzufolge ohne Frage wichtige Vorteile auf, um eine Überbrückung zwischen Bewertung und Entscheidung aufzubauen. Allerdings bringen uns die aufgeworfenen Fragen und Beurteilungen dazu zu glauben, dass diese Brücke nicht in alleiniger Anwendung und in ihrer Form eine operationelle Nutzung gewährleisten kann, besonders im Bereich der Raumplanung. Bestimmte methodologische Verantwortungsbereiche mit starker politischer Konnotation stellen starke Hindernisse dar. Um dieses Übereinstimmungspotential nutzen zu können und die Umrisse für das Entscheidungsfeld abzugrenzen, haben wir dank der Perspektive von Möglichkeiten an einen verfahrensmäßigen Rahmen dieser Methode gedacht.

Contacts

  • Nom/Titre : Guillaume FABUREL
  • Organisme : ŒIL
  • Adresse : Institut d'Urbanisme de Paris, Université de Paris XII 94010 Créteil cedex
  • Email : faburel@univ-paris12.fr